Sonntag, September 03, 2006

Spanischer Punkrock


Immer noch kein Internetzugang mit Tastatur, daher wieder Telegrammstil. Wie schwer zu uebersehen, war der gestrige Tag sehr zwiegespalten. Einerseits haben wir mit 42 km richtig Strecke gemacht, andererseits war die Etappe eine Mischung aus 30 km Kiesgrube/Steinbruch und 10 km Ho Chi Minh Pfad. Und das ganze bei ca. 50 C in der Sonne(Beweisfoto folgt). Abends beim Essen in der von der spanischen Gewerkschaft gefuehrten Herberge haben wir uns dann selbst den "Goldenen Bloedmann" verliehen. Gestern gelernt: Auf KEINEN Fall irgendetwas erzwingen. "Thats the Camino" haette Dominguez, der kleine stille Spanier, den wir am ersten Abend in Villanua kennenlernten, gesagt.

Gestern abend haben wir dann das erste Mal einen europaeischen Abendbrottisch gehabt: Hollaender, Italiener, Franzosen, Belgier, Oestereicher, Englaender, Deutsche und Spanier. Ein Sprachenkauderwelsch wie beim Turmbau zu Babel, sehr interessant, sehr friedlich, sehr lustig.
Gegen 23.30 Uhr ins Bett und dann das Unglaubliche: Um 23.50 Uhr beginnt grauenhaft schlechte und laute Live Musik, spanischer Punkrock. Auf unser fassungsloses Nachfragen reimen wir uns zusammen, das auf dem 1 km entfernten Campingplatz die Gewerkschaftsjugend eine Party feiert, ja mit einer Band, und ja, natuerlich bis 5 Uhr morgens. Der Schlafentzug bei Terroristen in Guantanamo ist ein Ringelpietz im Vergleich zu meinem Schlafaufkommen der letzten vier Tage.

Heute morgen zeitig gegen 8 Uhr losmarschiert un die kuehleren Morgenstunden zu nutzen. Die ersten 8 km verliefen stetig bergan durch ein Latschenkiefernwald, dann wellig nach Undues de Lerda, einem wunderschoen heraugeputzten Ort. Dort haben wir eine laengere Rast (ja, wir sind lernfaehig) eingelegt, Tortilla con Patatas gegessen, unsere Wasservoraete aufgefuellt. Weiter durch kilometerlange Getreidefelder (wer glaubt, alle Spanier seien Sonntags in der Kirche, irrt: sie jagen.Wir sahen einige und hoerten auch die Schuesse. Wahrscheinlich Pilgerschiessen jeden ersten Sonntag im Monat) und rechtzeitig vor der wirklich fiesen Mittagssonne heute mal ein Hotel in unserem Zielort Sanguesa genommen. Waschtag gemacht, gedoest und Kraft fuer die naechsten Etappen gesammelt

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