Samstag, September 16, 2006

Angekommen


Sind vor einer Stunde gesund und (halbwegs) munter angekommen. Waren schon in der Kathedrale bei "Jakob" und haben unsere Compestala im Pilgerbuero bekommen. Ich ueberlege jetzt, morgen noch nach Finesterre, dem "Ende der Welt" zu fahren. Haengt vom Wetter und den Bus/Zug/Autoverbindungen ab. Leider bin ich doch recht muede und werde die Zusammenfasssung/Aufarbeitung unserer Reise und das Uploaden der Fotos erst am Mittwoch, wenn ich wieder in Lemgo bin, erledigen.

Freitag, September 15, 2006

Noch 20 km

Wir sind in den letzten Tagen lange Etappen ( 24, 43, 35 km )gegangen,hatten schlechten Zugang zum Internet oder es hat z.B. vorgestern 16 Std durchgeregnet,so das ich keine Lust oder Moeglichkeit fuer Eintraege hatte. Wir sind langsam ziemlich ´gar´, haben aberaber nur noch 1 Etappe -20 km- zu bewaeltigen. Werde mich morgen ausgeruht aus Saantiago melden...

Dienstag, September 12, 2006

Neulich in Galicien, irgendwo imWald...

... laufen wir also heute auf unserer 30 km Runde runter aus den Bergen von Leon nach Galicien herein durch ein Waldgebiet und trauen unseren Augen kaum:

man Werbung im tiefsten Wald fuer ein Taxiunternehmen im naechsten Ort auf Blechschildern alle 50 m an den Baeumen - o.k., die werden wissen warum....

Ansonsten gibt es nicht allzu viel Neues (nocheinmal: viele kleine Begenheiten und Geschichten am Rande werde ich erst zu Hause einfuegen), ich esse kaum noch ewas (Magenprobleme) und an die Distanzen haben wir uns auch gewoehnt.Das Wetter war heute zun Laufen sehr angenehm und die Strecke mit ihrem - mittlerweile wuerde ich sagen leicht welligen - Profil war auch angenehm, die Landschaft ist sehr, sehr laendlich und abwechslungsreich. Wir haben heute unsere 300 km vollgemacht und haben noch 114 km bis Santiago. So Gott will sind wir schon am Samstag dort und fahren dann bei gutem Wetter noch nach Finisterre, dem "Ende der Welt" am Atlantik.

Montag, September 11, 2006

Nagel im Kopf



Wir wollten heute ja eigentlich nur knapp 30 km gehen, da uns die Hoehenmeter ein bisschen Respekt einfloessten. Sind also um 6 Uhr aufgestanden und im Dunkeln losgegangen um ja nicht in die Mittagshitze zu kommen, und siehe da: es waren den ganzen Tag nicht mehr als geschaetzte 22 C . Wir nutzten also die Gunst der Stunde und haben die ersten 29 km bis zum O Ceibreiro auf 1330m von Villafranca (515m) knapp in 5.30 Std bewaeltigt. Oben angekommen trafen wir Michaela und Gregor wieder, die wir schonTags zuvor aus den Augen verloren hatten und entschlossen uns kurzfristig, noch ein paar Meter gemeinsam zu gehen. Und wir es so ist auf diesem Weg, waren alle annehmbaren Unterkuenfte "occupado", also bewegt. Am Ende des tages hatten wir also ca. 43km auf dem "Tacho" und ein Zimmer, das wir, wie wir am naechstenTag im Hellen feststellen sollten, auch mit einigen anderen seltenen Kriechtierarten teilten.

Es ist wohl selten auf dem Camino so voll gewesen im September wir in diesem Jahr, das ist auf jeden Fall die Meinung der meisten Einheimischen. Es sind Unmengen von Deutschen und Italienern unterwegs, ob wegen des Camino-Booms oder weil alle der vermeintlichen Hauptsaison ausweichen wollten, ich weiss es nicht.
Mit Ruhe oder Kontemplation auf dem Weg ist auf jeden Fall "Essig", beundern muss man die Leistung der Aelteren und nicht ganz so "Fitten" auf diesem Weg auf jeden Fall. Gestern sahen wir auf dem teils sehr steilen Anstieg mit 20 % Steigungsprozenten etliche Menschen, die sich mit letzter Kraft diesen Berg hochquaelten, aber keiner gibt auf. Wenn man dann noch bedenkt, das man in den Herbergen keine Rueckzugsmoeglichkeiten, dafuer Laerm und mangelnde Hygiene hat, ist das eine beachtliche Leistung.

Sonntag, September 10, 2006

Heute viel an zu Hause gedacht

Gestern abend haben wir in Ponferrada den grossen Abschlussabend der lokalen Fiesta mitgefeiert. Auf zwei grossen Plaetzen wurde von spanischer Folklore bis zu spanischer Comedy alles geboten. Die Stadt (45.000 Einwohner) war zum Bersten voll, ich hinterher auch.

Heute sind wir "nur" knapp 28 km gewandert, und zwar bis Villafranca de Bierza. Falls sich jemand wundert, das ich nichts mehr ueber Temperaturen schreibe: jeden Tag ueber 30 C im Schatten und so wie ich es sehe, wird sich das hier auch nie wieder aendern...

Wir haben vor ein paar Tagen wieder ein Paar nette Pilgerbrueder/schwestern kennengelernt, Gregor, einen Arzt aus Kiel und Michaela, eine Wirtschaftsprueferin, die in Luxemburg arbeitet.
Wir haben richtig Spass gehabt und das Wandern ist auch kurzweiliger, wenn man sich mal mit anderen austauschen kann. Spannend ist es eben auch, weil man nie weiss, wen man wann auf dem Camino verliert oder neu kennenlernt.

Jetzt noch ab in den 20 Uhr Gottesdienst (kein Spass), eine Kleinigkeit essen und dann ab ins Bett: morgen warten knapp 30 km mit 800 Steigungsmetern auf uns. Gruesse an alle daheim!

Samstag, September 09, 2006

Pilgern macht wunderlich

Die Herbege in der wir gestern schliefen, war sehr angenehm: Sehr nettes Personal, leckere Küche, schön sauber. Aber das Wandern in der Sonne scheint sehr vielen Pilgern zuzusetzen, gegen 5 Uhr morgens ein Gewusel wie beim Sommerschlussverkauf und die meisten machen sich mit groeßtmöglichen Krawall im Dunklen
[es wird erst gegen 7.30 Uhr hell] auf den Weg. Na gut, jede Jeck is anners,wie der Kölner sagt...

Wir haben heute 36 km gemacht [400m Steigung, knapp 1000m Gefälle], narürlich wieder mehr als geplant, aber es lief recht gut. Heute schlafen wir in Ponferrada in einem schnuckeligen Hotel neben der Kirche, und da hier eine Fiesta stattfindet haben wir gerade festliche Gesänge live aus derselbigen gehört. Morgen noch eine Flachetappe, dann nähern wir uns über den O Ceibreiro der galicischen Grenze.

Freitag, September 08, 2006

Kauft Eier-Aktien!

Nach unserem gestrigen Ruhetag werden wir heute unsere letzte Ueberbrueckungsetappe mit dem Zug machen um dann von Astorga die letzten 259 km bis Santiago zu Fuss ohne weitere geplante Pausen oder Bus/Zugtransfers zu gehen.

Leider hat mir gestern der Rechner im Internetcafe einen Strich durch die Rechnung gemacht und den gesamten Text einer Stunde Schreiberei (ich hatte eine erste Zusammenfassung geschrieben) geloescht. Mir fehlen auch heute die Nerven, alles noch einmal einzugeben, das werde ich dann - wenn ich wieder daheim bin - nachholen, genauso wie das uploaden der Bilder.

Ernst und mir geht es nach der ersten Woche gut, der Tag gestern hier in Burgos hat uns allerdings sehr gut getan und war nach den ersten 160km Camino Aragones auch faellig. Fast alle unsere Begleiter der ersten Tage haben erste Blessuren erlitten, der Weg fordert seinen Tribut, er zeigt auch recht schnell auf, was man sich dauerhaft zutrauen kann und was nicht.
( Ich hoffe, das Vanessas Knie sie nicht zur Aufgabe gezwungen hat, Sabine und Diane wuensche ich, das ihre "Verletzungen" mittlerweile geheilt sind. Weiterhin Euch allen: Buen Camino!)

Den Tag gestern haben wir mit einem ausgedehnten Fruehstueck neben der Kathedrale begonnen (falls jemand reich werden moechte, verkaufe er Ruehrei in Burgos: aus geschaetzten 2 Eiern kostete es 6,10 €) dann habe ich die Kathedrale besichtigt (molto imposant), viel geschlafen und gegessen, dann wieder mal frueh ins Bett. Das Einzelzimmer habe ich noch mal genossen, ab heute wollen wir es wieder mal mit Pilgerherbergen probieren. Die Schlafsaalgroesse nimmt jetzt zu, mal schauen wie ich dieses Gewusel, Geschnarche, Gestinke etc. nach dem Ruhetag verkrafte. (Habe mir gestern in einer Apotheke Ohrstoepsel gekauft, im Rucksack hatte ich quasi alles um eine OP am offenen Herzen durchzufuehren - nur das naheliegendste nicht)
Vor uns liegen jetzt noch 3 recht hohe Paesse und meist huegeliges Gelaeuf, wir sind aber zuversichtlich und freuen uns auf den Weg. Die Hitze wird uns wohl weiterhin begleiten, hoffentlich hat es mit den erneut aufgeflammten Waldbraenden in Galicien bald ein Ende.
21 Uhr
Sind jetzt in einer Herberge eingetroffen, nachdem wir die 22 km von Astorga aus recht schnell und problemlos bewaeltigt haben. Sind die ganze Zeit durch ein Gewittergebiet gegangen, aber wie durch ein Wunder ist es trocken geblieben. Habe den ersten leckeren gemischten Salat seit 9Tagen gegessen und freue mich schon auf den 45-Mann/Frau Schlafsaal. Morgen frueh gehts hoch zum Cruz de Ferro (dort legen die Pilger traditionell einen von zu Hause mitgebrachten Stein symbolisch an Stelle ihrer Sorgen ab) auf ca. 1400 m, danach gehts runter nach Ponferrada, die ganze Strecke betreaegt ca 33 km. Die Landschaft hat sich veraendert, wir sind heute - trotz Hoehe von 900m - durch Heidelandschaft mit Ginster und Erika gegangen, alles wirkt hier etwas gruener und dadurch frischer. Die Distanzen zwischen den Orten sind nicht mehr so lang, man kann also etwa alle 5-6 km auch mal eine Cola oder einen Kaffee trinken...

Donnerstag, September 07, 2006


Burgos

Jetzt ist mir gerade schoen derText den ich in der letzten Stunde geschrieben habe abgeschmiert. Wuerg.

Vielleicht heute abend noch ein Versuch...

Mittwoch, September 06, 2006

Erste Bilder - Gestrigen Eintrag beendet, heute in Burgos


Heute haben wir eine "Ueberfuehrungsetappe" gemacht, nachdem wir gestern den Camino Aragones beendet haben, sind wir heute in 2 Busetappen nach Burgos gefahren. Auf dem Camino Frances ist, so weit wir das seit heute morgen in Puente la Reina beurteilen koennen, die Hoelle los. Auf kuerzesten Streckenabschnitten reihen sich Dutzende von Pilgern einander, ich befuerchte, das wird noch richtig lustig...

In dem Internetcafe (das erste das ich auf dem Camino nutze) herrschen gefuehlte 55 C, es ist jetzt nicht mehr nur heiss, sondern da Gewitter angesagt sind, natuerlich auch noch schwuel. Da die Vuelta (Spanienrundfahrt) heute in Burgos ankam ist auch hier richtig was los. Das Team Milram (Erik Zabel) naechtigt in einem 4 * Hotel 100 m entfernt von uns. Da wir morgen einen Ruhe/Waschtag einlegen werde ich morgen mal ein erstes Resume ziehen, ich hoffe ehrlicherweise auch in den Morgenstunden auf kuehlere Temperaturen...

Dienstag, September 05, 2006

Einfache und schwierige Strecken

Heute mal ein Kurzbericht waehrend unserer Siesta. Mittlerweile haben wir 36 - 38 C im Schatten, keinen interessiert das wirklich mehr, selbst die Spanier werden lethargisch. Wir sind heute morgen gegen 9 Uhr losmarschiert und rechneten laut meinem Rother Wanderführer mit einer leichteren Etappe über 30 km. Nach 1 Std. guckten wir uns unglaeubig an: alle 500m ging es ca. 80 Meter rauf und runter, das ganze auf schwieriger Schotterstrecke und mit Abhaengen gut 100m tief nach rechts runter. Leicht also....

In Tiebas also machten wir Pause um die Mittagshitze zu umgehen, dann gegen 16 Uhr weiter. Unsere geplanten Schlafstaetten in Eunate (Hospitalero im Urlaub) und Obanos (ueberfuellt) fielen aus, so das wir nach Puente la Reina weiterliefen, wo wir schon um 9 Uhr ankamen. Herberge ueberfuellt, also ein Hotelzimmer. Nach 36 km Tagesleistung eine Portion Tapas und dann ins Bett.

Montag, September 04, 2006

Schoener Tag heute. Ca. 30 km gelaufen und einen guten Rythnus gefunden. Die Strecke ist abwechslungsreich und verkehrsarm, langsam naehern wir uns Pamplona und verlassen die Pyrenäen. Heute uebernachten wir wieder in einem kleinen guenstigen Hotel, die durchschlafene Nacht gestern hat uns "angefixt" und hat dem Nervenkostuem sehr gut getan.

Langsam trifft man auch immer wieder die gleichen Gesichter und lernt sich naeher kennen. Schade, das ab Obanos der Weg belebter wird und man sich dann schneller wieder aus den Augen verliert. Ich bin freudig gespannt ob ich die beiden Muenchnerinnen Vanessa und Sabine, die Berlinerin Diana, Yves aus Toulouse, Anette aus Holland und all die anderen auf dem weiteren Weg wiedersehen werde.

Ich freue mich auch riesig darauf, zuhause die Fotos diesem Blog einzubinden und all die Details die ich auf dieser Miniaturtastatur leider nur muehselig eingeben kann zuzufuegen. Mit der Hoffnung, das es allen daheim und denen, die regelmassig hier vorbeischauen, gut geht, schliesse ich fuer heute.

Sonntag, September 03, 2006

Spanischer Punkrock


Immer noch kein Internetzugang mit Tastatur, daher wieder Telegrammstil. Wie schwer zu uebersehen, war der gestrige Tag sehr zwiegespalten. Einerseits haben wir mit 42 km richtig Strecke gemacht, andererseits war die Etappe eine Mischung aus 30 km Kiesgrube/Steinbruch und 10 km Ho Chi Minh Pfad. Und das ganze bei ca. 50 C in der Sonne(Beweisfoto folgt). Abends beim Essen in der von der spanischen Gewerkschaft gefuehrten Herberge haben wir uns dann selbst den "Goldenen Bloedmann" verliehen. Gestern gelernt: Auf KEINEN Fall irgendetwas erzwingen. "Thats the Camino" haette Dominguez, der kleine stille Spanier, den wir am ersten Abend in Villanua kennenlernten, gesagt.

Gestern abend haben wir dann das erste Mal einen europaeischen Abendbrottisch gehabt: Hollaender, Italiener, Franzosen, Belgier, Oestereicher, Englaender, Deutsche und Spanier. Ein Sprachenkauderwelsch wie beim Turmbau zu Babel, sehr interessant, sehr friedlich, sehr lustig.
Gegen 23.30 Uhr ins Bett und dann das Unglaubliche: Um 23.50 Uhr beginnt grauenhaft schlechte und laute Live Musik, spanischer Punkrock. Auf unser fassungsloses Nachfragen reimen wir uns zusammen, das auf dem 1 km entfernten Campingplatz die Gewerkschaftsjugend eine Party feiert, ja mit einer Band, und ja, natuerlich bis 5 Uhr morgens. Der Schlafentzug bei Terroristen in Guantanamo ist ein Ringelpietz im Vergleich zu meinem Schlafaufkommen der letzten vier Tage.

Heute morgen zeitig gegen 8 Uhr losmarschiert un die kuehleren Morgenstunden zu nutzen. Die ersten 8 km verliefen stetig bergan durch ein Latschenkiefernwald, dann wellig nach Undues de Lerda, einem wunderschoen heraugeputzten Ort. Dort haben wir eine laengere Rast (ja, wir sind lernfaehig) eingelegt, Tortilla con Patatas gegessen, unsere Wasservoraete aufgefuellt. Weiter durch kilometerlange Getreidefelder (wer glaubt, alle Spanier seien Sonntags in der Kirche, irrt: sie jagen.Wir sahen einige und hoerten auch die Schuesse. Wahrscheinlich Pilgerschiessen jeden ersten Sonntag im Monat) und rechtzeitig vor der wirklich fiesen Mittagssonne heute mal ein Hotel in unserem Zielort Sanguesa genommen. Waschtag gemacht, gedoest und Kraft fuer die naechsten Etappen gesammelt

Samstag, September 02, 2006

Heute noch kürzer...


Sind heute 42 km bis Ruesta gelaufen. Scheiß-Hitze und Scheiß-Strecke..Morgen ´Ruhetag´ mit nur 22km. Dann mehr.

Freitag, September 01, 2006

31 ist die Zahl


31 C im Schatten, und 31 km haben wir heute geschafft. Bei dem strahlend blauen Himmel und der bemerkenswerten Landschaft entlang des Rio Aragon machte die Wanderung anfangs auch richtig Spass, nach unserer Pause in Jaca allerdings entpuppten sich 3 Stunden in der Nachmittagshitze und nur einem 1/2 Liter Wasser als richtig anstrengend: ein typischer Anfaengerfehler...Jetzt sind wir in Santa Cilia in einer schnuckeligen Pilgerherberge und werden gleich in der einzigen Bar (6 Plaetze) im Ort (200 Einwohner) ein Bier trinken.

Zum heutigen und gestrigen Tag werde ich noch einige Nachtraege machen (zum Beispiel betreffend die ueberbordende Lebensfreude der Spanier, vor allem zwischen 2 Uhr und 5 Uhr nachts, egal ob in Bilbao oder einem 2_ Seelendorf: Schlaf? Nein Danke! ) sobald ich an eine vernuenftige Tastatur komme. Daher auch eine Entschuldigung wg Fehlern und des Formats...

Donnerstag, August 31, 2006

Heute nur wenig


Villanua. So heisst der Ort an dem wir heute in einem 6 Bettzimmer uebernachten. Nachdem wir gestern doch recht genervt von den engen Platzverhaeltnissen in den Air Berlin Fliegern waren uebernachteten wir dann in einer netten Pension nahe des Stadion Atletico Bilbao. Morgens dann mit dem Bus ueberIrun nach Bayonne, dann den Zug nach Oloron St.Marie, dann wieder Bus nach Canfranc Estacion. Ach ja, natuerlich noch eine Kontrolle mit dem Sprengstoff Spuerhund (ein Mann wurde aus dem Bus geholt) und dann haben wir tatsaechlich noch 11 km zu Fuss geschafft...Mehr davon morgen.

Dienstag, August 29, 2006

Ein Mirakel! Rucksack gepackt, alles drin und trotzdem unter 10 kg. Kurzfristig war ich versucht noch mein 3er Sofa und ' ne Schrankwand mitzunehmen, Platz wäre ja noch...

Den Flug habe ich mir heute noch bestätigen lassen und die Wettervorhersage für die Pyrenäen lässt auch hoffen: 28 C und trocken. Augenblicklich scheint hier in Lemgo zwar die Sonne, aber noch vor einer halben Stunde hat es hier Klaviere geregnet und würde ich nicht morgen verreisen, so führe ich noch heute die Heizungstherme hoch: seit Tagen zwischen 14 und 15 C. Und so schön Parkett und Fliesen auch sein mögen, sie isolieren doch enorm und so hat mir das kühle Wohnklima noch eine klassische und veritable "morgen-fahre-ich-in-den-Urlaub-Erkältung" beschert.
Mein Hund (Fredo) spürt , das ich mich für 3 Wochen verabschiede, auch für mich ist das eigentümlich - länger als eine Woche waren wir in 10 Jahren nicht getrennt. Ich weiß ihn aber bei Ingo, meinem Geschäftspartner und Hans, einem alten Freund, in guten Händen.

Für meine Zeit der Abwesenheit habe ich alles so gut es ging geregelt (geschäftlich, Mailbox umprogrammiert, Kühlschrank entrümpelt, ganz wichtig: nasse Wäsche aus der Waschmaschine entfernt, etc.), jetzt freue ich mich nur noch auf das, was mich auf der Reise erwartet....

Und schon die ersten Kommentare, dieser von Jan, einem Freund aus der Uni Bielefeld:

Wollt Ihr mir nicht sicherheitshalber noch eine Kontovollmacht geben, wenn ich Euch aus einer Kneipe/Knast per Blitzüberweisung auslösen muß?! Du kannst ja schlecht im blog schreiben, daß Du nun schnell einen Anwalt brauchst!


Da kann ja nun wirklich nichts mehr schief gehen!




Montag, August 28, 2006

In zwei Tagen geht sie los: unsere seit Januar diesen Jahres geplante Wanderung auf dem Jakobsweg, beginnend in den Pyrenäen und - so alles gut geht - in Santiago de Compostela endend.

Aktualisieren werde ich diese Seite nach der Verfügbarkeit der Internetzugänge auf dem Weg, beschreiben werde ich die einzelnen Etappen (Streckenlänge und -beschaffenheit, Herbergen + Pensionen, Wetter etc.) und was uns an - im Sinne des Wortes - unerhörten Begebenheiten widerfährt. Fotos werde ich höchstwahrscheinlich erst nach der Reise einfügen, eben dann wenn ich auch dieses Blog überarbeite.

Das ganze Tagebuch soll in erster Linie mir als Archiv dienen, jeder der mich auf dieser Reise virtuell begleiten möchte, ist herzlich willkommen...

Mittwoch um 11 Uhr geht unser Air Berlin Flug ab Paderborn, um 16.15 ist die geplante Ankunft in Bilbao. Dann ein Zimmer suchen (erste Bewährungsprobe für unsere Sprachkünste: ich spreche so gut Spanisch wie ein Schwein klettert und mein Pilgerbruder, Ernst, ist ein Österreicher der sich Spanisch in 4 Wochen selber beigebracht hat...), am nächsten Tag über Bayonne und Pau nach Oloron Saint Marie, dann unsere ersten Wanderschritte über den Somport-Pass. So ist der Plan.
Vorher aber, und das bedeutet heute, muss der Rucksack noch gepackt werden. In Gedanken habe ich alle Variationen von "gewappnet für alle Fälle = Rucksackgewicht im Tonnenbereich" bis "ich bin so spontan und bedürfnislos und reise immer mit leichtem Gepäck" durchgespielt. Nach dem Probepacken werde ich schlauer sein und wahrscheinlich wie immer meine Wahl nach aktueller Gefühlslage treffen.